16.04.2013 - “Nacht der Toleranz“ im Freizeitzentrum Artern
 
Am Dienstag, dem 16.04.2013 – 19.30 Uhr fand im Freizeitzentrum Artern eine Veranstaltung für Demokratie, Toleranz und Vielfalt statt. Zu dieser Veranstaltung hat das Bundesministerium für Familie, Soziales und Jugend aufgerufen. Eine Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus. Da der Kinder- und Jugendförderverein aktiv im Bündnis gegen „Rechts“ ist, schloss sich das Freizeitzentrum diesem Vorhaben an. Eine Diskussionsrunde in der über den 2. Weltkrieg und die Nachkriegszeit geredet wurde, über die schlimmen und grauenhaften Erfahrungen, die sich in den verschiedenen Lebensbiografien niedergeschlagen haben. Leider hat uns ein Zeitzeuge nach einer Bedenkzeit wieder abgesagt. Als Gesprächspartner standen:
  • Frau Zimmer, Geschäftsfrau und Vorsitzende der CDU in Artern,
  • Herr Bürgermeister Koenen
  • Herr Giehl, Rentner aus Artern
  • und Herr Wohlland, ebenfalls Geschäftsmann aus Artern
zur Verfügung. Herr Giehl erzählte Ausschnitte aus seinem Leben, von der Vertreibung aus Schlesien bis zur Ankunft hier in Artern und von der Folgezeit, wie schwer sich ein „Normales Leben“ mit Hunger und Angst so gestaltete. Frau Zimmer berichtete über die Lebensgeschichte ihrer Eltern und Großeltern, wie schwer sich die Nachkriegszeit gestaltete und wie schwierig es war, mit den Erlebten im Krieg, ein Leben aufzubauen. Herr Wohland, welcher aus den alten Bundesländern stammt, berichtete über die Zeit als die ersten Ausländer nach Westdeutschland kamen, dort als Wirtschaftswunder galten und sich mit den Jahren integrierten und jetzt anerkannte Nachbarn sind. Aber auch von Erlebnissen aus seiner Familie, die ursprünglich aus der Tschechei stammt und dann in Deutschland Fuß gefasst hat und den Krieg aus den verschiedensten Positionen erlebt und verarbeitet hat. Herr Koenen berichtete von seiner Familie, welche die Nachkriegszeit in Zeitz erlebte. Erzählte aber auch von Geschehnissen, welche in Richtung rechte Gewalt tentierten, trotz des geringen Ausländeranteils in Artern . Daraufhin berichtete Frau Helm, Schuldirektorin der Borlachschule in Artern, dass gegen den Gruppenzwang in jeglicher Form, welcher auch unter ihren Schülern zu erkennen ist, sowie gegen die hohe Gewaltbereitschaft angekämpft werden muss. Gemeinsam stellten wir alle fest, dass man auf keinen Fall wegschauen darf, auch wenn es unbequem ist, man muss immer wieder deutlich machen, was für Leid und Unheil – für schlimme Folgen damals das Leben der Leute begleitete. Wir alle sollten versuchen den jungen Leuten vorzuleben und ihnen deutlich zu machen, dass eine Solidarität für ein gemeinsames Miteinander, eine klare Aussage gegen jegliche Art der Diskriminierung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit unser Leben und Alltag prägen sollten. Gerade hier sind solche Einrichtungen, wie unser Freizeitzentrum gefragt und in die Pflicht genommen sofort zu reagieren und solchen Verhalten entgegenzuwirken. Frau Haselhuhn, als Moderatorin dieser Veranstaltung, bedankte sich bei allen Anwesenden für die vielen neuen Erkenntnisse, welche an diesem Abend gewonnen wurden und für die deutlichen Worte der anwesenden Gesprächsteilnehmer und der Besucher.
 
KJFV Artern e.V.
 
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